Website Logo SpotlightaufSicherheit

Warum CO₂-Gefahren eine neue Ära der maritimen Gasdetektion einläuten

  • 6 Min Read
  • 10th Apr 2026

Was Sie über die neuesten IMO-Bestimmungen für enge Räume wissen sollten

Der Zugang zu beengten Räumen gilt schon seit Langem als gefährlicher Einsatz für Beschäftigte an Land – erst recht auf See. In den letzten Jahren hat sich Kohlendioxid (CO₂) als Ursache für tödliche Arbeitsunfälle in geschlossenen und angrenzenden Bereichen an Bord von Schiffen herausgestellt. Nach einer Reihe tödlicher Vorfälle und den an die Internationale Seeschifffahrtsorganisation (IMO) übermittelten Daten steht die maritime Industrie nun vor strengeren Auflagen.

Die neueste IMO-Regelung MSC.581(110), die im vergangenen Dezember in Kraft trat, stellt einen bedeutenden Schritt für mehr Sicherheit beim Zugang zu beengten Räumen‑ in maritimen Anwendungen dar. Die Regelung verlangt nun die Überwachung des CO₂-Gehalts, neue atmosphärische Schwellenwerte und eine verbesserte Detektionsfähigkeit für alle Schiffstypen.

Für Seeleute, Sicherheitsverantwortliche und Personen, die Ausrüstung für die Gasdetektion beschaffen, können diese Neuerungen Anpassungen an bestehenden Protokollen und an der Ausrüstung erforderlich machen.

Was wird gemäß IMO als beengter / geschlossener Raum eingestuft?
Die Resolution MSC.581(110) definiert geschlossene Räume als Räume, die eine gefährliche Atmosphäre oder einen Sauerstoffmangel aufweisen können und eine der folgenden Eigenschaften besitzen:
1. Begrenzte Ein- und Ausgänge;
2. Unzureichende Belüftung;
3. Nicht für den dauerhaften Aufenthalt von Personen ausgelegt.

Dies umfasst unter anderem Räume wie Laderäume, Bilgenräume, Ballast- und andere Tanks, Pumpenräume, Kettenkästen und Motorkurbelgehäuse. Sender: MSC 109/22/Add.1

Warum ist der Nachweis von CO2 jetzt vorgeschrieben?
Im Schifffahrtssektor wurden in den letzten Jahren mehrere tödliche CO₂-Unfälle dokumentiert, und Daten aus InterManager-Meldungen an die IMO belegen Folgendes:
✔ Die Zahl der Todesopfer in geschlossenen Räumen hat sich zwischen 2022 und 2023 verdoppelt (von 18 auf 34), obwohl die Zahl der Vorfälle in geschlossenen Räumen (14) gleich geblieben ist.
✔ Bei 66 % der Todesfälle handelte es sich um leitende Offiziere (Kapitän, Leitender Ingenieur, Erster Offizier, Zweiter Ingenieur).
✔ Verzögerte Meldungen und uneinheitliche Gasprüfverfahren gefährden die Besatzungen weiterhin.

Das Unfallrisiko steigt noch weiter, wenn atmosphärische Risiken nicht genau erkannt werden.
Einer der schwerwiegendsten Vorfälle ereignete sich auf dem Massengutfrachter MV Jin Hai Xiang, wo durch die versehentliche Auslösung der CO₂-Brandbekämpfungsanlage des Schiffes 10 Besatzungsmitglieder getötet und 19 weitere ins Krankenhaus eingeliefert wurden.

Ein weiterer Vorfall, auf den das Schiffsregister der Isle of Man aufmerksam machte, betraf drei Ladearbeitende, die an den hohen CO₂-Konzentrationen starben, die von organischen Ladungen ausgingen. Dies zeigt, dass selbst Personen außerhalb des Maschinenraums oder der Brandbekämpfungsanlage gefährdet sein können.

Diese Tragödien veranlassten die Schifffahrtsbehörden, die Anforderungen an die Atmosphärenprüfung zu überdenken, die sich traditionell hauptsächlich auf Sauerstoff (O₂), brennbare Gase und CO, nicht aber auf CO₂, konzentrierten.

Was bedeutet MSC.581(110) für Sie?
Die bisherige Verordnung (A.1050(27)) wurde aufgehoben und durch MSC.581(110) ersetzt. Die neue Regelung ist umfassender und macht klarere Vorgaben für die Atmosphärenprüfung vor dem Zugang zu beengten Räumen. Hier ist, was Sie wissen müssen.

Nicht alle derzeit an Bord befindlichen Gasmessgeräte werden den neuen Anforderungen entsprechen. Folgendes sollten Sie besonders beachten:

1. Geräte sollten CO₂ präzise messen
Viele ältere tragbare Geräte messen nur O₂, CO, H₂S und brennbare Gase. Nach den neuen Bestimmungen kann eine CO₂-Messfunktion erforderlich sein, insbesondere für:
✔ Massengutfrachter (Kohle, Getreide, Holzpellets)
✔ Tanker (inertisierte Räume)
✔ Maschinenräume und Feuerlöschanlagenabteile

2. Beachten Sie vor dem Zugang zu beengten Räumen die Mindestbedingungen:
✔ Sauerstoff (O₂): 20,9 %
✔ Kohlendioxid (CO₂): < 0,5 % (5.000 ppm)
✔ Brennbare Gase: < 1 % UEG (LFL/LEL – Untere Explosionsgrenze)
✔ Toxische Gase: < 50 % der Grenzwerte für die berufsbedingte Exposition (z. B. Gefährdung über 15 Minuten und 8 Stunden, wie von der zuständigen Behörde festgelegt)

3. Berücksichtigen Sie zusätzlich Funktionen wie
✔ Gerätegarantie, vorzugsweise 3+ Jahre, um den Total Cost of Ownership zu senken
✔ T90-Sensorreaktionszeit von <15 Sekunden
✔ Integration mit automatisierten Kalibrier- und Kurzteststationen
✔ Integrierte Pumpe
✔ Die InstantAlert-Funktion ermöglicht einen manuellen Alarm, um andere per Alarm auf eine potenziell gefährliche Situation aufmerksam zu machen.
Das Altair 5X von MSA ist so konzipiert, dass es alle 5 Gase in einem einzigen Pumpgerät erfassen kann – mit diesen zusätzlichen Funktionen.

4. Kennen Sie die Anforderungen Ihrer Schiffe genau?
MSC.581(110) betont, dass jedes Schiff über mindestens zwei kalibrierte persönliche Gaswarngeräte verfügen muss.

Schiffe mit zusätzlichen Risiken durch die Beförderung von Ladung, die gefährliche Dämpfe erzeugen kann und die ein regelmäßiges Betreten des Laderaums zu Reinigungs- oder Inspektionszwecken erfordert, sollten mindestens 4 Geräte mitführen.

5. Richten Sie die Prüfgase an den passenden IMO-Anforderungen Ihrer Geräte aus.
Mehrere Untersuchungen ergaben, dass Detektoren mit falschen Messbereichs- bzw. Prüfgasgemischen kalibriert wurden, wodurch die Messwerte unzuverlässig wurden.

Was Seeleute wissen müssen, bevor sie einen beliebigen Raum betreten
Wenn Sie als Besatzungsmitglied den Zugang zu einem geschlossenen‑Raum vorbereiten, betrachten Sie diese Punkte als nicht‑verhandelbar:
✔ Messen Sie immer den CO₂-Gehalt – auch wenn der O₂-Wert normal erscheint.
Ein hoher CO₂-Gehalt kann selbst bei scheinbar ausreichendem Sauerstoffgehalt zu Bewusstlosigkeit führen.
✔ Nehmen Sie mehr als nur eine Messung vor
Schichtgase können im oberen Bereich eines Tanks noch zu unauffälligen Werten führen, am Boden jedoch zu gefährlichen Konzentrationen.
✔ Betreten Sie einen Raum niemals allein
Das Verbot des Zutritts durch Einzel‑personen soll verhindern, dass es zu ungeplanten Rettungseinsätzen kommt.
✔ Tragen Sie Ihr persönliches Gaswarngerät jederzeit bei sich
Die Atmosphäre an Bord eines Schiffs kann sich schnell verändern – insbesondere in der Nähe von Laderäumen und Maschinenräumen.
✔ Kennen Sie die Gasrisiken Ihrer Ladung
Die Atmosphäre kann sich je nach Ladung/Inhalt des Schiffs verändern. Dokumentieren Sie diese im Register für geschlossene Räume.

Das Fazit
Angesichts der Hinweise auf anhaltende Risiken in beengten Räumen macht die regulatorische Reaktion [MSC.581(110)] CO₂ zu einem vorrangigen‑Prüfparameter, verbietet den Zutritt einzelner‑Personen und erweitert den Prüfbereich auf verbundene und angrenzende Räume. Um hier Schritt zu halten, sollte Ihre Beschaffung von Gasmessgeräten CO₂-Fähigkeit, Multi‑gas-Fähigkeit und digitale Datenerfassung in den Vordergrund stellen. Möchten Sie mehr über Zugang zu beengten Räumen erfahren? Lesen Sie unseren Fachbeitrag hier

Recommended for You

Anmelden

Möchten Sie die besten Sicherheitsinformationen direkt in Ihrem Posteingang haben? Abonnieren Sie jetzt „Spotlight on Safety“ mit hilfreichen Sicherheitstipps, Artikeln, Videos und mehr.